
Antibiotika sind Stoffe, die Bakterien in ihrem Wachstum hemmen oder abtöten. Sie wirken gegen die Bakterienzellen, ohne die menschlichen Zellen empfindlich zu schädigen. Dabei werden grundlegende Unterschiede im Aufbau und Stoffwechsel der Zellen von Mensch und Bakterium ausgenutzt. Der Angriffspunkt der Antibiotika existiert im Idealfall beim Menschen gar nicht.
Jedes Antibiotikum
hat sein eigenes Wirkspektrum. Das heißt, es ist wirksam gegen bestimmte
Bakterien, gegen andere nicht. Das liegt daran, dass Bakterien
sehr unterschiedlich aufgebaut sind und Unterschiede in ihrem Stoffwechsel
haben.
Man unterscheidet zwischen sogenannten Schmalspektrum-
und Breitspektrum-Antibiotika.
Während die Schmalspektrum-Antibiotika nur gegen eine geringe Zahl von
Bakterienarten wirken, sind die Breitspektrum-Antibiotika bei einer Vielzahl
unterschiedlicher Keime wirksam. Ein gezielt gegen ein bestimmtes Bakterium
eingesetztes Schmalspektrum-Antibiotikum kann ebenso wirksam sein wie ein Breitspektrum-Antibiotikum.
Nach der Wirkungsweise der Antibiotika unterscheidet man zwei
Gruppen:
Bakterizide Wirkung: Das Antibiotikum tötet das Bakterium
ab.
Bakteriostatische Wirkung: Das Antibiotikum hemmt die Vermehrung
der Bakterien.
Einige Antibiotika können Bakterien also nicht abtöten, sondern hemmen
ihre Vermehrung. In beiden Fällen ist die "Mithilfe" des Immunsystems
nötig, um die Erreger komplett zu vernichten und die Krankheit auszuheilen.
Die Unterscheidung zwischen bakterizid und bakteriostatisch kann auch konzentrationsabhängig
sein: Manche Antibiotika wirken in niedrigen Dosierungen bakteriostatisch,
in hohen Dosierungen dagegen bakterizid.
Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Das wirft häufig Fragen auf, wenn
vom Arzt bei einer Virusgrippe ein Antibiotikum verordnet wird.
Tatsächlich
können bei durch Viren verursachten Erkrankungen zusätzlich Infektionen
durch Bakterien auftreten. Das liegt daran, dass an den durch Viren angegriffenen
Organen Bakterien leichter eine Infektion verursachen können. So können
z. B. zu einer Virusgrippe bakterielle Infektionen wie eine bakterielle Lungenentzündung
als Komplikation dazukommen.
Das Risiko einer solchen Zweitinfektion betrifft
besonders ältere Menschen, denn sie haben oft ein schwächeres Immunsystem.
Für ältere oder immungeschwächte Personen wird daher eine Grippeschutzimpfung
empfohlen.
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